Otto Hahn Nachlass

Nach dem Tode Otto Hahns ging sein privater Nach­lass an den Enkel Dietrich Hahn. Bereits in den 1980 Jahren trat dieser bei der Suche nach einer geeigneten Auf­bewahrungs­stätte an die Stadt Frankfurt, den Geburts­ort Otto Hahns, heran. Frankfurt erwog zunächst, eine eigene Otto-Hahn-Gedenk­stätte zu errichten. Hier sollte der Nach­lass ver­wahrt, in Aus­stel­lungen präsen­tiert und For­schungen betrie­ben werden. Diese Idee mus­ste aber aus finanz­iellen Erwägungen aufgegeben werden, auch weil kein geeigneter Standort und Träger für die Gedenkstätte gefunden werden konnte. Ende der 1990er Jahre trat dann die Ernst Max von Grunelius-Stiftung in die Verhand­lungen ein, um den privaten Nach­lass des be­deutenden Nobel­preis­trägers für die Stadt Frankfurt zu erhalten. 2002 wurde ein Kauf­vertrag zwischen der Stif­tung und Dietrich Hahn für den privaten Nach­lass Otto Hahns ab­geschlos­sen. Der wissen­schaft­liche Nach­lass war in der Zwischen­zeit an das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin über­ge­gangen.

Otto Hahn Nachlass

Der umfang­reiche private Nach­lass wurde zu­nächst dem Physikalischen Verein über­geben, in des­sen Räumlich­keiten in der Robert-Mayer-Straße unter dem Namen „Otto Hahn-Zentrum“ ein Wissenschafts­zentrum errichtet werden sollte. Aus ver­schie­denen Gründen konnte dieses Pro­jekt jedoch nicht reali­siert werden. Des­halb über­trug schließ­lich die Ernst Max von Grunelius-Stiftung den privaten Nach­lass dem Frank­furter Institut für Stadt­geschichte als Dauer­leihgabe. Ausschlag­gebend für diese Entschei­dung war u.a., dass im Insti­tut für Stadt­geschichte als Archiv der Stadt Frank­furt geeignetes Personal für die fach­gerechte Bear­beitung und Betreu­ung des Nach­lasses sowie geeignete Magazin­räumlich­keiten zur Verfügung standen. Am 8. De­zem­ber 2010 wurde der Deposital­vertrag abge­schlos­sen.

Die umfang­reiche Sammlung an persön­lichen Doku­menten, Gegen­ständen und aufschlus­sreichen Brief­wechseln des Nobel­preis­trägers und Ehren­bürgers von Frank­furt wurde im Rahmen verschie­dener Aus­stellungen und Vor­träge im Holz­hausen­schlös­schen, erst­mals im Früh­jahr 2001, präsentiert. In der von der Frankfurter Bürger­stiftung heraus­gegebene Schrift­enreihe „Mäzene, Stifter, Stadtkultur“ ist zudem eine Bio­graphie Otto Hahns erschienen. Die Publikation ist im Jahr 2005 zum 125. Geburt­stag Otto Hahns veröffentlicht worden. Der Autor Klaus Hoffman bietet darin eine Über­arbeitung der 1978 zuerst erschien­enen Biographie und schildert auch den Kon­flikt zwischen wissen­schaftlicher For­schung und persön­licher Verant­wortung, unter dem Otto Hahn litt.

Clemens Greve (Hrsg.), Klaus Hoffmann: Otto Hahn - Forschung und Verantwortung, „Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriften der Frankfurter Bürger­stiftung und der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, Band 6, Verlag Waldemar Kramer GmbH, Frankfurt am Main, 2005, 240 Seiten mit Ab­bildungen, ISBN-10: 3 7829 0560 1, ISBN-13: 978 3 7829 0560 2